Ist Kaffee gesund oder ungesund? Klartext.

Erst vor ein paar Tagen musste ich es im Radio hören: Beim Frühstück, na woran denken wir da? Natürlich an Kaffee und Toast! – Genau, und am besten dazu noch ne Kippe… Dass wir für so etwas GEZ bezahlen ist verrückt genug, aber schauen wir mal, was es mit Kaffee wirklich auf sich hat. Die einen schwören darauf, dass Kaffee gesund ist – andere wiederum sehen ihn kritisch.

Die richtigen Fragen stellen

Die Überschrift dieses Artikels symbolisiert eines der Hauptprobleme unserer Zeit: Schwarz-weiß-Denken. Und selbst dieser Terminus ist ja mittlerweile kritisch… Wie auch immer: Die richtige Frage müsste heißen: Wie viel Kaffee ist gesund? Damit kann man arbeiten.

Andere Substanz, gleiche Regeln

… nur mehr Emotionalität. Ja, denn tatsächlich ist Kaffee ein emotionales Thema – man kann sich richtig Feinde machen, wenn man dieses heilige Gebräu bzw. seine negativen Aspekte thematisiert.

Du kannst jede Substanz gebrauchen oder missbrauchen.
Offensichtlich ist das bei Cannabis, Alkohol, Medikamenten und Nahrungsergänzung.

Bei Nahrungsmitteln und Stimulanzien hingegen verschwimmt der Blick dafür – denn sie sind zu alltäglich.
Ricarda Breit („lang“ wäre unpassend) z. B. ist sicherlich ein tolles Beispiel dafür, wie man Nahrung missbrauchen kann. Die Auswirkungen von zu viel Essen und zu wenig Bewegung auf Körper und Geist sind offensichtlich verheerend. Andere Leute schaffen es, sich mit Vitamin D zu vergiften, in dem sie jahrelang die 20-fache Dosis nehmen. Und währenddessen philosophiert die Politik darüber, dass Vitamin D zwar gefährlich ist, aber Cannabis legalisiert werden sollte.

Warum schreibe ich das? Bin ich einer von diesen bösen Menschen, die es wagen, das System zu kritisieren?
Es geht grundsätzlich um Folgendes:

Kompetenz und Reflektion beim Umgang mit Substanzen

Wenn eine nicht lebensnotwendige Substanz dafür sorgt, dass wir ohne sie

  • das Gefühl haben, nicht mehr richtig zu funktionieren
  • keine Energie haben
  • Mangelgefühle haben und sie vermissen
  • schlechte Laune bekommen

dann sprechen wir von Sucht. Abhängigkeit. Egal ob es Koffein, Cannabis, Heroin, Zucker oder sonstwas ist.
Und, nur weil viele Leute von etwas abhängig sind und es emotional und gemeinsam verteidigen, ändert das nichts an der Tatsache, dass es sich hier um eine Sucht handelt. Gemeinsam lässt es sich natürlich einfacher schönreden.

Der wichtigste Schritt, um kompetent im Umgang mit Substanzen zu sein, ist also Selbstreflektion –  inkludiert Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Ausreden wie „ich kann das nicht“ bedeuten übersetzt „ich will das nicht“ oder „ich mache es einfach nicht“. Es ist wichtig zu erkennen und sich gegebenfalls einzugestehen: „Kann ich ohne die Substanz XYZ?“

Hormesis

… ein Thema für einen ganzen Artikel. Kurz und knapp?
Einer der größten evolutionären Vorteile des Menschen ist es, extrem anpassungsfähig zu sein. Dabei helfen uns sicherlich Feuer, Werkzeuge, Kleidung und Behausungen – und eben auch ein Körper, der viele verschiedene Nahrungsmittel verarbeiten kann und viele Gifte toleriert. Tatsächlich ist es sogar gesundheitsfördernd, den Körper zu fordern: Durch Hitze, Kälte, Sport und verschiedene Nahrungsmittel – und Substanzen. Ab und zu mal Alkohol? Gras? Zucker? Gluten? Unbedingt! Aber nicht auf täglicher Basis.

Ein Weg in die Verweichlichung führt über die Entkörperlichung und den verwahrlosten westlichen, bewegungsarmen, gluten- und zuckerhaltigen Lebensstil. Der andere Weg ist der Gesundheits-Fanatismus, bei dem die Nahrungsmittel Auswahl auf cleane, gesunde Lebensmittel reduziert wird, sodass der Körper seine vielseitige Intelligenz verliert. Gifte in kleinen Dosierungen sind wichtig, um entgiftungsfähig zu bleiben.

Beides sind Extreme – ab und zu im kalten Wasser baden hingegen etwas Natürliches, was erst in den letzten 50 Jahren im Rahmen exponentieller Verweichlichung zur Freak Show avancierte.

Was macht denn nun Kaffee?

Wenn es um Kaffee geht, sprechen wir von weitaus mehr als nur Koffein. Kaffee enthält diverse Pflanzenstoffe und bioaktive Substanzen. Sind die gesund oder ungesund? Du erinnerst Dich: Es kommt auf den Ge- oder Missbrauch an. Viele der Polyphenole sind in gewissen Mengen gesund – weil sie Hormesis sind.

Kaffee ist nicht gleich Koffein – die Falle

Der Grundtenor dieses Artikels ist bisher etwas kritisch. Das ist Absicht. Wird werden selbstverständlich auch die positiven Aspekte und einen verantwortungsvollen Umgang thematisieren.

Viele denken, dass Koffein die ausschlaggebende Substanz im Kaffee sei. Das liegt auf der Hand – immerhin hat Koffein eine belebende Wirkung. Menschen denken, es gäbe ihnen Energie, denn es steigert die Aktivität der Mitochondrien und ist ein zellulärer Stressor für die Neubildung von Mitochondrien – also potenziell noch mehr, eigener Energie. Besser könnte es doch gar nicht laufen, oder?

Das Problem beim Kaffee ist, dass er eben nicht nur Koffein enthält, sondern – knackig auf den Punkt gebracht – Stoffe enthält, die Enzyme hemmen… na und? Naja, Enzyme, die für den Abbau von Energieträgern verantwortlich sind. – Verstehe immer noch nicht, was daran verkehrt ist?

Ok ok, es wird super viel Energie produziert, aber die Energieträger werden nicht mehr richtig abgebaut und entsprechend – wir sprechen hier ja von einem Kreislauf, bei dem ein Mensch um die 40 KILOgramm ATP am Tag produziert – fehlt auch der Energie Nachschub. ATP Mangel.

Die Folge?
In Schritt 1: Dir geht es mega und Du fühlst Dich kraftvoll und leistungsfähig – weil Du nicht merkst, dass Dein Körper erschöpft ist.
In schritt 2: Dein Akku ist tiefenentladen.
Fazit: Zelluläre Energiearmut.
Endresultat: Übertraining… schweres oder leichtes Burnout und/oder Abhängigkeit von Kaffee, um trotzdem zu funktionieren. Meistens kombiniert mit dem psychologischen Schutzmechanismus, den Kaffee bis aufs Blut zu verteidigen, weil es zu hart wäre, sich das einzugestehen.
Ja, Kaffee kann Burnout machen – wenn man ihn missbraucht.

Kaffee und Abnehmen

In Intelligent Essen beschreibe ich, wie einer meiner Klienten aus dem Elite-Coaching innerhalb von 3 Monaten über 6 kg Fett verloren hat – nur durch die Reduktion des Frühstücks auf einen Kaffee mit einem Teelöffel Kokosöl.

Immer wieder warne ich davor: Koffeingebrauch kann beim Abnehmen helfen, Missbrauch hingegen zerstört Deinen Energiehaushalt und macht dick.

Wenn Du Dich im Zustand tiefer, zellulärer Erschöpfung befindest, weil Du einfach viel Stress hast und täglich mehrere Kaffee oder andere Koffein haltige Getränke konsumierst – und das auch spürst (manche tolerieren es – sei hier einfach ehrlich zu Dir) – ist Kaffee eher schädlich. Und eine Diät eine sehr schlechte Idee mit Jojo-Effekt-Garantie.

Übrigens, wenn Du bis hier gelesen hast und Dich fragst: Was macht man denn dann? 
Klare Antwort: Das zelluläre Gleichgewicht wiederherstellen und das Nervensystem resetten. Heißt?

  • Stress reduzieren
    • Screen Time, Fernseher, schnelle Augenbewegungen, Blaulicht… ? Weniger davon.
    • Keine Stimulanzien
    • Echte Entspannung (Netflix ist für den Körper und das Gehirn Stress)
    • Viel schlafen
    • Schlechte Nachrichten fernhalten
    • Pattern Interrupt – mal eine Woche wegfahren, um gewohnte Verhaltens- und Gefühlsmuster zu durchbrechen
    • Ggf. Körperliche und mentale Techniken zur Stressreduktion nutzen
  • Gehaltvoll essen
    • Nährstoffreich – Intelligent Essen (Mikronährstoffe, Protein, gute Fette, …)
    • Besser zu viel als zu wenig

Erst danach bist Du bereit dafür, mit einer Diät oder einer Muskelaufbauphase Erfolge zu erzielen.

Warnung – Entzug ist hart

Manche Leute wollen die Lösung, aber viel mehr Leute bleiben lieber bequem beim Problem.
Ein systematischer Koffein Entzug und Body Reset dauert 10-14 Tage. Die sind nicht unbedingt schön bzw. bist Du da nicht unbedingt sehr belastbar.

Erfahrungsgemäß lässt sich so etwas in einer freien Woche, im Urlaub etc. gut tolerieren.

Es ist keine Frage des Könnens, sondern der Priorität.

Kaffee und Koffein sinnvoll einsetzen – so ist Kaffee gesund

Gut, es gibt zwar noch sehr viel zu den nachteiligen Effekten von Kaffee und Koffein zu berichten, aber lass und jetzt erst einmal schauen: Wie setze ich diese Substanzen richtig ein?

Es gibt kein allgemeingültiges Kaffee- oder Koffein-Protokoll.

Grundsätzliche Richtlinien für einen verantwortungsvollen Konsum:

  • Du stehst an 4-6 Tagen pro Woche energievoll auf und fühlst Dich gut, ohne, dass Du zusätzliche Substanzen benötigst.
  • Du nutzt Kaffee oder Koffein an wenigen Tage pro Woche und auch nur in Form einer moderaten Dosis.
  • Du erholst Dich danach aktiv

Natürlich ist das super individuell. Es ist sicherlich in vielen Fällen auch in Ordnung, jeden Wochentag mit einem grünen Tee etc. zu starten – wenn nicht ständig nachgekippt wird und die Erholung am Ende passt. Ein kurzes High mit anschließendem Energie Crash ist immer ein Zeichen dafür, dass mit dem Energiehaushalt grundsätzlich etwas falsch läuft. Das kann auch andere Ursachen haben – Ernährung, Training, Fettstoffwechsel… im Elite-Coaching finde ich so etwas schnell für Dich heraus.

An dieser Stelle weißt Du nun schon einiges dazu, wie Du Kaffee gesund nutzen kannst und was negative Konsequenzen eines Missbrauchs sind.

Kleines Finale

Der Vollständigkeit halber bekommst Du jetzt auch noch ein paar Special Infos dazu, welche geheimen, unschönen Effekte Kaffee so haben kann – und man glaubt kaum, dass das braune Gebräu so etwas kann…

  • Kaffee hat Einfluss auf einen Adenosinrezeptor und kann Alterungsvorgänge sämtlicher körperlicher Systeme beschleunigen.
  • Kaffee kann den B-Vitmin-Haushalt stören – vielfältige Auswirkungen.
  • Manche Inhaltsstoffe haben eine ähnliche Wirkung wie Östrogen – sicherlich im Sinne des Zeitgeistes, aber sollte man(n) eigentlich nicht so gut finden.
  • Diverse Enzyme, insbesondere im Verdauungstrakt werden gehemmt. Die genauen Auswirkungen sind unklar – teils positiv, teils negativ.
  • Kaffee kann zu Eisenmangel führen
  • Weitere spannende Infos und Details bekommst Du übrigens in diesem Artikel vom Edubily Kollegen Chris Michalk und auch mein geschätzter Chris Eikelmeier hat zwei kleine, aber feine Ausarbeitungen dazu eingestellt

Kaffee gesund einsetzen – Fazit?

Ja, das geht. Ja, Kaffee hat Vorteile.

Am Ende des Tages geht es wieder nur um das Eine: Zelluläre Gesundheit und ein gut reguliertes Nervensystem. Eine Tasse an 3-5 Tagen die Woche ist kein Problem. Alles darüber? Sehr kritisch.

Es macht Sinn, Alternativen zu nutzen. Meine Favoriten sind grüner Tee, Guarana und wenn ich Garantie für lang anhaltenden Fokus und Energie möchte auch die koffeeinierten exogenen Ketone (ich verstehe übrigens mittlerweile nicht mehr, wie man die nicht probieren kann).

Die optimale Kombination, der strukturell sinnvolle Gebrauch von Substanzen und natürlich auch das maximal effektive Training sind fester Bestandteil des Elite Coachings. Bock, das Maximum rauszuholen? Sportliche Optik, hohes Energielevel, auch langfristig gesund und leistungsfähig? Hier gibt’s mehr Infos oder Du schreibst mir direkt eine Anfrage (vincent@intelletics.com) für ein kostenloses Analysegespräch – allein aus diesem Gespräch nimmst Du garantiert mehr für Dich mit als Du Dir jetzt vorstellen kannst.

Herzliche Grüße
Dein Vincent

Strength und Performance Coach in Bochum

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